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Foto des Monats

 

Zur Erinnerung an Erich Zein

Die Entwicklung Allendorfs/Stadtallendorfs vom Bauerndorf zum Industriestandort wurde wesentlich von den Vertrie­benen und Flüchtlingen, die nach dem Zweiten Weltkrieg hierher kamen, geprägt. 1954 stellten sie 50 Prozent der Orts­bevölkerung. Diese Menschen standen vor der Aufgabe, nach der Vertreibung ihr Leben in einer fremden Umge­­bung neu aufzubauen mit den wenigen Dingen, die sie aus ihrer alten Heimat mitbringen konnten und der Hilfe, die ihnen die neue Heimat geben kon­nte. Zu den Männern, die in Allendorf im Bund der Vertriebenen tätig waren und mit viel Lei­den­­schaft für die Eingliederung der Vertriebenen in die Gemeinde arbeiteten, gehörte der spätere Leiter des städtischen Kultur-, Sport- und Schulamtes Erich Zein. 1925 in Komotau im Sudetenland geboren, kam er nach der Kriegs­­gefan­gen­schaft 1951 nach Allendorf. Von 1962 bis 1981 war er erster Vorsitzender des Ortsverbandes der Hei­matvertrie­benen. Er war einer der Gründer des Jugendverbandes DJO (Deutsche Jugend des Ostens, heute djo-Deutsche Jugend in Europa) in Allendorf . Gemeinsam mit der Gemeinde führ­ten er und seine Frau zahlreiche Jugendfreizeiten im Hei­ligen­hof bei Bad Kissingen und auf der Burg Hohenberg an der Eger durch, in einer Zeit, in der Ferienreisen für die Meisten noch längst nicht normal waren. Er war auch eine treibende Kraft hin­ter der „Woche der Heimat“, die sich zum „Heimat und Soldatenfest“ entwickelte und Alt-Allendorfer, Neubürger und Solda­ten als „Neubürger auf Zeit“ in ihren jeweiligen kulturellen Traditionen vereinte. Sein soziales Engagement für die Integration der Heimatvertriebenen, in der Jugend- und Seniorenbetreuung und in der Kommunalpolitik wurde 1982 mit der Verleihung des Bundesver­dienst­­kreuzes gewürdigt.

Unser Foto zeigt ihn Ende der der sechziger oder Anfang der siebziger Jahre bei der Übergabe eines Schecks an Bür­ger­meister Heinz Lang für die Anschaffung eines Rot-Kreuz-Fahrzeuges. Von links: Vorsteher der Egerländer Gmoi Franz Schülle, Hauptkassierer der Ortsgruppe des Bundes der Heimatvertriebenen Karl Rössler jun., Erich Zein, Heinz Lang, Schriftführer der Ortsgruppe Rudolf Müller.

Erich Zein verstarb am 1. Februar 2019 im Alter von 93 Jahren.

 

 

Diese Webseite wurde im Rahmen des Projektes »Von der eigenen Homepage zum Internetagentur-Betrieb« realisiert. Das Projekt ist Teil des Programms »Lokales Kapital für soziale Zwecke«

Träger des DIZ ist der Magistrat von Stadtallendorf, unterstützt vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ).