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Was ist das DIZ?

Blick in die Dauerausstellung im DIZ über Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie in Stadtallendorf 1938-45.

1994 gegründet, ist das Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Stadtallendorf die erste und älteste Gedenkstätte in Deutschland über Zwangsarbeit.

Die Einrichtung erinnert an die Ausbeutung von 17.500 bis 20.000 Zwangsarbeiter*innen in den 1938 errichteten Sprengstoff-und Munitionsfabriken der DAG und der WASAG bei Allendorf 1939-45, den damals größten Rüstungsindustrieansiedlungen in Europa. Das DIZ erforscht exemplarisch den gesamten Kontext der Rüstungsindustrie in Allendorf sowie Verhältnisse und Bezüge zu dieser materiellen und ideellen "Hypothek" nach 1945 in der weiteren Geschichte des Ortes.

Das DIZ Stadtallendorf ist Gedenkstätte, Forschungseinrichtung, Museum, Archiv, außerschulischer Lernort und Begegnungsstätte.

Schwerpunkte der Forschungs- und Gedenkstätte sind Kriegswirtschaft und Industrieverbrechen von 1933-45 in Deutschland (besonders zu den Themen Rüstungsindustrie und Zwangsarbeit) sowie Industriekultur und Strukturwandel in der Bundesrepublik (etwa zu den Themen Stadtentwicklung, Konversion und Migration/Flucht/Vertreibung). Zu den beiden Schwerpunkten entwickelt das DIZ Vorträge, Tagungen, Ausstellungen und Publikationen und strebt dauerhafte Kooperationen an.

Seit Herbst 1994 steht das DIZ Stadtallendorf als Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus der Öffentlichkeit und insbesondere Schulen zur Verfügung. Seit 2010 vergrößerten sich die Aufgaben des DIZ um die Fragen des Strukturwandels Stadtallendorfs nach 1945 in Folge der 1938 diktierten Industrialisierung.

Im Rahmen der genannten Forschungsschwerpunkte werden Kontakte zu Vereinen und Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstituten aufgebaut. Es besteht durchgehend die Möglichkeit für studentische Praktika und Projektstudien.

Die Einrichtung wird gefördert durch die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Träger ist der Magistrat der Stadt Stadtallendorf. Seit Juli 2020 besteht eine Forschungs-Kooperation mit der Philipps-Universität Marburg.

Das DIZ befindet sich im Seitenflügel des restaurierten, denkmalgeschützten Aufbaugebäudes – von 1938-45 Verwaltungssitz der Dynamit-Nobel AG – mitten im Stadtzentrum. Als zentrale mittelhessische Gedenkstätte zum Thema Rüstungsindustrie und Zwangsarbeit während der NS-Zeit bietet das DIZ Stadtallendorf viele interessante Möglichkeiten der anschaulichen Information und Recherche vor Ort zur Anregung der städtischen Erinnerungskultur und für Schüler*innen.

In einer Dauerausstellung wird die wechselvolle und außergewöhnliche Geschichte des Ortes Allendorf von der Weimarer Republik bis in die 50er Jahre thematisiert, vom kleinbäuerlichen Dorf zur späteren Industriestadt. Das DIZ ist ein Ankerpunkt der "Route Arbeit und Industriekultur".

Von Anfang an ist die Aufarbeitung und Dokumentation der Situation der Zwangsarbeiter/innen in den Lagern und Sprengstoffwerken rund um Allendorf in der Zeit von 1938-45 im persönlichen Austausch mit den Zeitzeuginnen ein besonderes Anliegen des DIZ.

Zentrale hessische Forschungs- und Gedenkstätte zu den Themen Kriegswirtschaft und Industrieverbrechen 1933-45 in Deutschland sowie Industriekultur und Strukturwandel in der Bundesrepublik.

Träger des DIZ ist der Magistrat von Stadtallendorf, unterstützt vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ).

In Kooperation mit: