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Stadtführungen

Brüche und Wandlungen prägen die Geschichte und das Stadtbild von Stadtallendorf. Diese starken Veränderungen und immer neuen Überformungen sind dabei mehr als nur ein Gegenstand der Lokalgeschichte. Eher heimgesucht von den überregionalen politischen und soziokulturellen Veränderungen, als das diese von dem Ort selbst ausgegangen wären, erscheint Stadtallendorf immer auch wie ein Prägestock, in dem die Zeitgeschichte mehr als anderswo ihre tiefen Spuren hinterlassen hat.

Laufzettel: Bombenfüllstelle B / Gleise und Schienen /

1938/39 durch die Sprengstoffwerke der DAG und WASAG in der NS-Zeit von einer unscheinbaren Gemeinde von ca. 1500 Bewohnern durch eine „diktierte“ Industrialisierung zum größten Rüstungsindustriestandort Europas verkehrt, wird die Kommune nach 1945 zu einer der bundesweit am stärksten wachsenden so genannten „Vertriebenenstädte“ und als „Industriegemeinde“ bis in die 1970er Jahre hinein Gegenstand von stadt- und regionalplanerischen Überlegungen. Seit den frühen 1980er Jahren erfährt Stadtallendorf durch die hochgradigen Bodenkontaminierungen und Umweltschäden im Gelände der ehemaligen Sprengstoffwerke als Fall der Altlastensanierung bundesweite Beachtung.

Mehr oder weniger getrieben von der überregionalen historischen Entwicklung, scheint Stadtallendorf in jeder Etappe seiner Geschichte mit sich selbst und dem unmittelbar Vorangegangenen „aufzuräumen“. Die Stadt passt sich immer wieder der „neuen“ Zeit an – das jedoch weniger als bewusste Umformung des Vergangenen, sondern als dessen strikt der Zukunft zugewandte Überformung.

Dennoch erschließen sich dem aufmerksamen Betrachter diese Etappen der bewegten Geschichte von Stadtallendorf aus den Gebäuden und dem Stadtbild selbst. Die vom DIZ Stadtallendorf organisierten Rundgänge widmen sich dieser Spurensuche durch einen allgemeinen Überblick und in Themenführungen über die besondere Bau- und Kulturgeschichte eines Rüstungsaltstandortes in seinen Hauptmerkmalen und seinen Zeitschichten. Die Spurensuche ist mehr und anderes als eine Architekturführung, sondern eine Begegnung mit "steinernen Zeugen" des Strukturwandels und der Konversion als einem Zeitzeichen des 20. Jahrhunderts.

Anmeldungen unter: 06428/4498932 oder info@diz-stadtallendorf.de

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